2602-20 Wenn man mit normalen Leuten redet

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[[> Kleine Welt]]

Wenn man mit normalen Leuten redet und da meine ich die Leute, die nicht als Akademiker, Politiker oder im Fernsehen arbeiten, sondern Leute, die mit ihren Händen arbeiten und dadurch quasi in der realen Welt verankert sind, diese Leute sagen häufig, dass das ganze noch viel wilder ist, als man sich das gemeinhin so vorstellt. Und sie erzählen es immer anhand von Beispielen, die sie z.T. selber erlebt haben. Manchmal, wenn mehrere Leute gleichzeitig miteinander reden entsteht da so eine Art Wettbewerb, wer die verrückteste Story zu bieten hat. Das Spiel ist dann beendet, wenn der Sieger feststeht, was ich sehr schade finde, denn es ist nicht die verrückteste Story, die das Phänomen erklärt, sondern die Bandbreite.

Vielleicht sollten die Leute wieder mehr miteinander reden, also in Kneipen gehen oder ins Wirtshaus, irgendwo hin, wo die Musik nicht so laut plärrt, damit man sich nicht unterhalten kann. Wenn man es nicht aus dem Haus schafft, kann man auch lernen wie man sich auf Online-Plattformen miteinander unterhält, die nicht so stark moderiert sind. Das hat dann noch einen Vorteil, man kann sich dann auch mit Leuten in anderen Ländern unterhalten.

2602-12 AI ist Individualismus

2026-02-12

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[[> AI]]

AI ist Individualismus.

Warum? Weil AI alle kollektivistischen Ansätzen spielend leicht ersetzen kann. Was meine ich mit kollektivistischen Ansätzen? Kollektivistische Ansätze bedeutet, dass sich das Individuum dem Kollektiv unterwirft. Also, zum Beispiel, wenn man als McDonald’s-Arbeiter zur Arbeit erscheint, seine McDonald’s-Uniform anzieht und Teil der kollektiven Masse aller McDonald’s-Mitarbeiter wird.

Alles, was sich ähnlich verhält, ist von AI spätestens in der Verschmelzung mit Robotern kostengünstig zu ersetzen. Individualistische Ansätze, also wenn irgendwelche Leute immer wieder aus der Reihe tanzen, das wiederum ist nicht die Stärke von AI – Kreativität. Kreativität ist, wenn die Gedanken immer wieder aus der Reihe tanzen. Denn nur ein Gedanke, der aus der Reihe getanzt ist, kann einen Weg finden, der neben dem Weg liegt, eine Ideen, die noch niemand vorher gehabt hat. Diese kreativen, widerspenstigen, anstrengenden Charaktere werden enorm von AI profitieren. Alleine schon, weil sie von monotoner Arbeit befreit sind, dem größten Vernichter von Kreativität.

Die Nicht-Kreativen werden in dem Output der Kreativen mit A.I. Superbooster ersaufen. Die Kreativen, die bisher allenfalls geduldet wurden, werden zukünftig die Welt navigieren. Die Nicht-Kreativen werden in der Irrelevanz der kollektiven Masse verschwinden. Die Kreativen der Zukunft sind jedoch nicht identisch mit den Kreativen von heute. Nicht-Kreative, also die Leute die nicht aus der Reihe tanzen, sind gerade unter den “Kreativen” unserer Zeit die Regel. Die Kreativen tanzen mit ihren Gedanken aus der Reihe, sie können gar nicht anders. Daran kann man sie erkennen.

2610-25 Europa hat den Knall nicht gehört

2026-01-25

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[[Donald Trump|Trump]]
[[> Europa]]
[[> China]]

Mir scheint Europa versteht die Frage nicht, die Trump & Co in Davos überbracht haben.

Amerika wird sich nicht mehr um die ganze Welt kümmern. Vielleicht weil es nicht will, vielleicht weil es nicht kann, wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Das ist die Situation und wie das Europa findet (die einen freuen sich, die anderen betrachten es mit Sorge) ist völlig egal. Europa kann daran nichts ändern.

Amerika zieht sich auf sein Territorium zurück und baut es aus, zum Bollwerk gegen China. Die Burgmauern werden quasi verstärkt.

Europa (und Kanada) kann sich nur entscheiden, ob es Teil des Bollwerks sein will, also innerhalb der Grenzen des amerikanischen Territoriums oder ausserhalb. Wer ausserhalb bleibt wird vermutlich von den Chinesen gefressen. So haben es Trump & Co in Davos dargelegt.

Eigentlich ist es lustig. Man könnte sagen, das ist ja eine ziemlich elementare Entscheidung, eine Entscheidung die Europa um Kopf und Kragen bringen könnte, doch die Oberen in Europa streiten sich darum, wer wen wie beleidigt hat oder sonst wie verletzt hat. Wie Komiker simulieren sie Entscheidungsstärke und Durchsetzungskraft indem sie hartnäckigen an dummen Ideen festhalten. Sie laufen aufgeregt hin und her und verstehen die eigentliche Frage nicht.

Wenn die Geschichte gut ausgeht wird man über die jetzige Zeit viele Witze machen, wenn es schlecht ausgeht wird man versuchen die Geschichte unter den Teppich zu kehren. Wenn es dann noch einen Teppich gibt.

2601-23 Wenn alles gesagt ist

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[[> Kommunikation]]
[[> New Media|Medien]]
[[> multi perspectival|> Multiperspektive]]

Wenn alles gesagt ist und alle Argumente ausgetauscht sind, wird sich zwar ein klares Bild durchsetzen – aber das bedeutet nicht, dass sich alle auf dieses Bild einigen werden. Manche werden an ihren Denkprinzipien festhalten wie an Seilen, die tief in den Fels geschlagen sind. Sie klammern sich daran in Todesangst, unfähig, in ihrer Panik zu erkennen, dass von ihren Befürchtungen keinerlei Gefahr ausgeht. Sie werden sich an ihre längst widerlegten Überzeugungen klammern, als gäbe es nur die Wahl zwischen diesem Halt und dem Sturz in den Abgrund – ohne zu sehen, dass der Abgrund nur in ihren Theorien existiert. In ihrer Panik werden sie jedes verfügbare Mittel ergreifen und den neuen Common Sense mit aller Kraft bekämpfen.

2601-21 Die meisten Politiker sind Theoretiker

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[[> Academia|> Akademie]]

Wie sich die gelehrten Affen die ganze Zeit mit ihren vergangenen Errungenschaften schmücken und damit herumprahlen. Und dann reden sie über Details statt über das große Ganze. Sie scheinen das Große und Ganze nicht einmal in Umrissen zu erkennen. Stattdessen knöpfen sie sich Details vor, um mit ihrem Detailwissen zu glänzen.

Die Details verwirren, sie trüben das Wasser, und das Große und Ganze verschwindet im Schlamm der Nichtigkeiten. Es taucht erst wieder auf, wenn sich der Schlamm legt – wenn die Gelehrten lange genug schweigen.

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