2610-30 die, die die offensichtlichen Probleme offensichtlich nicht wahrnehmen können

Wenn man etwas nicht versteht, was man viele Jahre studiert hat, erklärt man sich und anderen irgendwann, dass man es verstanden habe, mit dem Argument, man habe es sorgfältig studiert und kenne die Details.

Nicht, weil man es verstanden hat im Sinne von Erkennen. Wenn man etwas erkannt hat, kann man es sehen: ein Gesicht unter Hunderten von Gesichtern, ein Zeichen unter Hunderten von Zeichen. Wenn man nicht erkennen kann und stattdessen nur eine Vielzahl von Details sieht, bleibt man blind für die Bedeutung der Zeichen. Es bleibt das Spekulieren, das Konfabulieren, das Erfinden von komplizierten Geschichten, die man über das klebt, was man nicht sehen kann – wie eine Tapete über ein Loch in der Wand. Doch Probleme kann man nicht lösen, indem man sie kaschiert.

Das könnte erklären, warum so viele der einflussreichsten Köpfe an den Schaltstellen in der Politik, den Medien und der Akademie die offensichtlichsten Probleme offensichtlich nicht sehen können.

2606-17 Denken

Leute, die nicht denken können, denken, alles sei viel komplizierter, als man denke, und da man ja nie kompliziert genug denken könne, überlassen Sie das Denken anderen, den Experten, die dadurch unter Beweis stellen, dass sie schlauer sind als andere, indem sie in komplizierten Worte alles mögliche erklären. Doktoren, Professoren, Politiker und Journalisten.

Dabei ist alles gar nicht kompliziert.

Merke: alles vom Mensch erdachte – und dazu zählen Gesellschaften genauso wie Mondraketen – ist unter Nutzung eines beliebigen funktionierenden menschlichen Hirns logisch nachvollziehbar. Man erkennt was richtig ist in der Praxis daran, dass es – wie man in Bayern sagt – vorne und hinten zusammen passt. Ein Gedanke macht Sinn, oder eben nicht. Und wenn zwei Gedanken Sinn machen, dann sind beide Gedanken richtig. Und wenn sich diese Gedanken scheinbar gegenseitig ausschliessen, dann hat man etwas übersehen und muss genauer hinschauen. Ganz einfach.

Doch viele haben sich abgewöhnt ihr eigenes Hirn zu nutzen und haben sich statt dessen angewöhnt die Gedanken von anderen zu übernehmen. Sie merken es gar nicht, sie übernehmen „Fakten“, die sie nie mit eigenen Augen gesehen haben und beziehen sich auf Autoritäten des Denkens. Sie sind, man könnte sagen: saublöd. Ich weiß es, ich war selbst einer von den Leuten, die ihr Hirn nur benutzt haben um strategische Pläne zu schmieden, wie sie an das kommen, was sie wollen und das mit mit möglichst wenig Energieaufwand, also möglichst auf Kosten anderer. Wie man den anderen Affen die Banane klaut, quasi. Das hat mir das System so beigebracht und ich habe brav getan wie geheissen. Auf diese Weise ist mir das selbstständige Denken abhanden gekommen, das ich als Kind noch kannte.

Quasi

Hey, I have no idea. I’m just a fool like everyone else, so anything I say should be treated with extreme caution. ‘Extreme caution’ means that anyone who hears my words only has a chance of understanding the insight they contain if they think them through with their own brain. In my opinion, this is basically a good method, no matter who says what.

I won’t say ‘in my opinion’ again in the course of this text; it always applies anyway, so you can think it into every sentence.

Everything someone says comes from a specific perspective. Every idea arises at a certain point in the system, from the person who occupies this position. You can think of it like a coordinate system on which each axis represents a different character trait. However, this coordinate system has not just three dimensions (X, Y, Z), but as many axes as there are personality traits. There are no two people in the same place. This unique position in the coordinate system then gives rise to the perspective that each person has on the overall system.

Every thought is unique as long as it has been thought through by the person who expresses it and is not simply parroted.

Every thought is unique and valuable as long as it has not been parroted. Parroted thoughts, on the other hand, have little value, they are noise.

What I try to do is to recognise the patterns in unique thoughts.

Quasi

Hey, ich habe keine Ahnung. Ich bin auch nur ein Depp wie jeder andere, und daher sollte man alles, was ich sage, mit größter Vorsicht behandeln. „Größte Vorsicht“ bedeutet, dass jeder, der meine Worte hört, nur eine Chance hat, die darin liegende Erkenntnis zu verstehen, wenn er sie mit eigenem Hirn durchdenkt. Das ist meines Erachtens grundsätzlich eine gute Methode, egal wer was sagt.

„Meines Erachtens“ werde ich im Verlauf dieses Textes nicht mehr sagen; es gilt ohnehin immer, man kann es sich also bei jedem Satz dazu denken.

Alles, was jemand sagt, kommt aus einer speziellen Perspektive heraus. Jede Idee entsteht an einem bestimmten Punkt im System, von der Person aus, die diese Position einnimmt. Man kann sich das wie ein Koordinatensystem vorstellen, auf dem jede Achse eine andere Charaktereigenschaft repräsentiert. Doch dieses Koordinatensystem hat nicht nur drei Dimensionen (X, Y, Z), sondern so viele Achsen, wie es Persönlichkeitseigenschaften gibt. Es gibt keine zwei Menschen an derselben Stelle. Aus dieser einzigartigen Position im Koordinatensystem entsteht dann die Perspektive, die jeder auf das Gesamtsystem hat.

Jeder Gedanke ist einzigartig, solange er von dem Kopf durchdacht ist, der ihn ausspricht, und nicht einfach nachgeplappert wird.

Jeder Gedanke ist einzigartig und wertvoll, solange er nicht nachgeplappert wurde. Nachgeplapperte Gedanken hingegen haben kaum Wert, sie sind Noise.

Was ich versuche, ist, die Muster in den einzigartigen Gedanken zu erkennen, die ich von meiner Position im multidimensionalen System wahrnehmen kann. Denn diese Muster haben eine hohe Wahrscheinlichkeit, relevant zu sein, nicht nur für mich, sondern auch für andere, die mit offenen Augen in die gleiche Richtung blicken.

Oh, am I stupid

My words wrestle well and have meaning in themselves alone. They have nothing to do with the world.

Oh, am I stupid! I just had to laugh heartily when I suddenly realised my stupidity. I caught my brain linking things that can’t be linked. This is commonly called a mistake. My brain (like everyone’s?) is constantly making connections between things. This sometimes makes sense, for example when I put words in the ‘right’ order. So that the words make sense – or at least sound good. But often enough, my words may sound good, but they don’t really make sense because they can’t be linked to the world.

And this leads to the answer to the first question, which is: Are euphonious words always true? The answer, there should be general agreement, is – no. Words don’t have to be true, even if they sound nice. Everyone has certainly experienced this, at least since the invention of advertising.

The second question, however, is much more difficult to answer and I would be very interested in other perspectives: What about true words? Do true words always have to be beautiful? To examine this question, we must first define more precisely what is meant by ‘beautiful’ here. Beautiful not from the perspective of the moment, because true words are often terrifying. One would not actually expect beauty to be frightening. So beauty here must mean the beauty that emanates from a true sentence when the sentence is uttered in a historical context, far removed from any emotional closeness.

Emotional closeness, as I said, can be frightening.

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