BREAKING NEWS – SICHERHEITSRISIKO

2016_07_newsroom

Die Voraussehbarkeit, mit der Medien auf spektakuläre Ereignisse reagieren, ist zum Sicherheitsrisiko geworden. Die Reaktion des Systems ist derart einfach vorhersehbar, dass es auch simpel gestrickte Individuen für ihre Zwecke einsetzen können. Selbst unterbelichtete Kids haben nun die Möglichkeit, zu weltweiter Aufmerksamkeit zu kommen. Sie werden ihr Leben dabei verlieren, doch sie laufen zumindest nicht Gefahr, dass der Plans schief geht und sie am Ende tot sind, sich aber niemand für ihre Person interessiert. Es genügt eine IS Fahne zu schwingen und “Allahu Akbar” zu rufen und einige zufällige Passanten anzugreifen. Billiger war weltweite Berühmtheit nie zu erreichen.

Wenn die Medien sich zurückhalten könnten, nicht jeden Fall, der nur nach Terror riecht, sofort als BREAKING NEWS wichtig zu machen, wenn für potentielle Täter die Gefahr bestünde, dass sie morden und sterben ohne berühmt zu werden: dann hätte sich das Thema schnell selbst erledigt.

[UPDATE nach dem Amoklauf in München, am 22.7.2016:
Binnen weniger Stunden haben sich nicht nur die beiden US-Präsidentschaftsanwärter, auch der US-Präsident selbst zu dem Vorfall in München zu Wort gemeldet.

Wenn es eine Krankheit gibt, dessen Symptom das Bedürfnis nach der größtmöglichen Aufmerksamkeit ist, dann müssen Menschen, die davon befallen sind, einem fast unwiderstehbaren Reiz ausgesetzt sein, den Knopf zu drücken, der diese gigantische Aufmerksamkeitsmaschine in Gang setzt.]

THE FUTURE OF TELEVISION

Das österreichische Fernsehen ORF hat eine Dokumentarfilm über die Zukunft des Fernsehens ausgestrahlt. Für diesen Film kam mich ein Team des ORF im Korsakow-Institut besuchen und hat ein Interview mit mir gemacht.

Einige Passagen mit meinen Statements:

 

MENSCHEN, DIE AUF BILDSCHIRME STARREN

– ÜBER DIE ZUKUNFT DES FERNSEHENS

Das Fernsehen ist tot! Kaum haben wir uns an soziale Netzwerke und internetfähige Smartphones gewöhnt, da ist es auch mit der Gemütlichkeit des Wohnzimmers vorbei. Das Leitmedium TV ist entthront, manche meinen sogar: dem Tod geweiht.
Tatsächlich rüstet das Fernsehen auf und wird zum Super-Medium: Hochvernetzt, sozial und interaktiv, gerne einmal in 3D, omnipräsent, multifunktional und maßgeschneidert. Die Dokumentation “Die Zukunft des TV” von Siegfried Steinlechner verortet das Fernsehen im jetzt und geht den möglichen Szenarien der Zukunft auf den Grund.

Regie
Siegfried Steinlechner

Die Zukunft der Fernsehens II

Letztens war das österreichische Fernsehen da. Jetzt ist zu sehen, was daraus geworden ist. Im folgenden Clip einige Ausschnitte von dem, was ich sagen durfte:

Wer den ganzen – sehr empfehlenswerten – Film sehen möchte schicke mir bitte eine Email oder bemühe Google.

MENSCHEN, DIE AUF BILDSCHIRME STARREN
– ÜBER DIE ZUKUNFT DES FERNSEHENS

Das Fernsehen ist tot! Kaum haben wir uns an soziale Netzwerke und internetfähige Smartphones gewöhnt, da ist es auch mit der Gemütlichkeit des Wohnzimmers vorbei. Das Leitmedium TV ist entthront, manche meinen sogar: dem Tod geweiht.
Tatsächlich rüstet das Fernsehen auf und wird zum Super-Medium: Hochvernetzt, sozial und interaktiv, gerne einmal in 3D, omnipräsent, multifunktional und maßgeschneidert. Die Dokumentation „Die Zukunft des TV“ von Siegfried Steinlechner verortet das Fernsehen im jetzt und geht den möglichen Szenarien der Zukunft auf den Grund.

Regie
Siegfried Steinlechner

ORF 2015

Facebook

Ein Wald voller Gespenster
Ein Wald voller Gespenster

Ich fühle mich gezwungen, bei Facebook mitzumachen und mache dann doch nicht richtig mit. Darauf fühle ich mich noch schlechter. Es ist, wie es war, als ich am Samstag Vormittag oft nicht zu den langweiligen Ministrantentreffen ging. Durch das schlechte Gewissen haben mir, nach und nach, selbst die Dinge keinen Spass mehr gemacht, die als Ministrant wirklich Spass bringen: mit den anderen Jungs durchs Dorf zu zieht, an den Häusern klingeln und seinen Spruch aufsagen:
“Die Ettmannsdorfer Ministranten bitten um eine Ostergabe”.
Man wird mit Süssigkeiten und Bargeld überhäuft. Die Süßigkeiten kann man behalten und das Geld kommt am Ende des Tages einem guten Zweck zu:
1/3 für die dritte Welt, 1/3 für den Pfarren und 1/3 als Beute für die Ministranten.

Mit 67 Mark bin ich damals nach Hause gegangen. Das war ein Haufen Geld. Mehr, als ich einem halben Jahr an Taschengeld verdient habe. Aber im nächsten Jahr bin ich dann trotzdem nicht mehr mitgegangen, weil ich dachte, dass die anderen denken, dass ich nur komme, wenn es Geld gibt und dass ich gar nicht richtig an den lieben Gott glaube.

Auch auf Facebook wird Gott nicht diskutiert. Weil man Themen, die zu viel Unruhe ins dörfliche Denken bringen könnten, auf jeden Fall vermeiden muss, wenn man im Dorf gemocht werden will. Und so muss man, wie der Besitzer eines Dorfladens, immer auf seinen guten Ruf bedacht sein. Alles, was man ins Dorf gibt, wir genau abgewägt. Intimes oder nahes, etwas, was verletzlich machen könnte, könnte gefährlich sein und wird nicht in Worte gepackt, die dann durchs ganze Dorf gehen.

Und so spricht man nicht mehr über das, was bewegt. Doch worüber man nicht spricht und es mit Worten benennt, hört mit der Zeit auf zu existieren. Weil das, was keinen Namen hat, nur schemenhaft erkennbar ist. Und so hat der Dorfladenbesitzer irgendwann nur mehr ein vages Gefühl, aber keine Worte, es auszudrücken.

Auf FACEBOOK kann man auch nur liken, so wie man im Dorf immer nur lächeln kann, auch wenn man jemand etwas sagt, das man nicht leiden kann.

Korsakow and all – Interview in Portugal

Entrevista a Florian Thalhofer

Florian Thalhofer is a Berlin-based Artist. He is a documentary filmmaker and the inventor of Korsakow, a software to create a new kind of film and a principle to create a new kind of story. Thalhofer is currently working on a new Korsakow-project (film, show and installation).

Interview by Manuel José Damásio @ Universidade Lusófona.
Recorded Dec 4, 2014

Originaly posted here: http://www.ulusofona.pt/lessons/florian-thalhofer

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