Blödsinn

Bogenwerfer

Was das wichtigste auf der Welt sei, werde ich gefragt, und ich muss nicht lange überlegen. Das wichtigste auf der Welt ist offensichtlich Blödsinn.

Ich liebe Sinn, ich bin gewissermassen immerzu auf der Suche nach Sinn und immer wenn ich etwas zu greifen bekomme, was Sinn sein könnte, schaue ich es mir genau an. Welchen Gedanken auch immer ich da geschnappt habe, ich halte ihn mir vor die Augen und studiere ihn eingehend. In den allermeisten Fällen muss ich aber erkennen, „verdammt, das ist ja schon wieder Blödsinn!“ Und dann schmeisse ich den Gedanken weg, irgendwohin, zu dem ganzen anderen Blödsinn. Dem Blödsinn, aus dem offenbar die ganze Welt besteht.

Ab und zu finde ich auch mal Sinn und den Sinn schmeiße ich natürlich nicht weg. Den Sinn packe ich jeden einzelnen in ein Marmeladeglas, mit einem hübschen Etikett, auf dem der Name steht, den ich mir für den Sinn ausgedacht habe und die Marmeladegläser stelle ich fein säuberlich in meinen Marmeladengläserschrank. Ab und zu schraube ich eines von den Gläsern auf und erfreue mich an dem bezaubernden Geruch, der ein starkes Wohlgefühl in mir auslöst. Manchmal merke ich beim Aufschrauben allerdings, dass ein alter Sinn schlecht geworden ist dann werfe ich ihn auch weg.

Und so verbringe ich meine Tage irgendeinen Sinn zu suchen, den ich in Marmeladegläser packen kann. Ich habe schon viele Marmeladegläser, vielleicht ein paar hundert. Sie stehen alle im Schrank, ich wüsste gar nicht, ob ich sie alle aufzählen könnte.

Aber wie gesagt, Sinn ist selten, das meiste ist Blödsinn. Die Welt ist aus Blödsinn gemacht und nur ab und zu wächst ein wenig Sinn darauf. Aber wichtiger ist offensichtlich Blödsinn. Blödsinn ist der Stoff aus dem die Welt ist. Sinn ist nur die Ausnahme. Nett irgendwie, aber eigentlich auch zu nichts richtig zu gebrauchen.

Die Zukunft wird interessant

Fire

Klimawandel ist ein tolles Problem, denn der Klimawandel treibt die Menschheit an weiter in eine Richtung zu gehen, in der sie schon immer unterwegs ist.

Der Menschheit wird in Zukunft ein mannigfaches an Energie zur Verfügung stehen, als heute und als jemals zuvor. Der Mensch hat als einziges Tier gelernt, systematisch Energie jenseits der eigenen Muskelkraft zu erschliessen. Das hat ihn befähigt Dinge zu tun, Dinge zu denken, Bewusstsein zu erlangen, wie kein anderes Lebewesen auf diesem Planeten.

Die allermeiste Energie, die auf der Erde zu Verfügung steht, kommt von der Sonne. Ohne die Sonne wäre die Erde ein kalter Planet. Fossile Energie ist nichts anderes als geronnene Sonnenenergie, in Jahrmillionen entstanden. Es ist relativ einfach, diese geronnene Energie aufzusammeln und wieder freizusetzen. Dem Mensch ist dieser Trick mit der Nutzbarmachung des Feuers gelungen. Es ist ein vielfaches schwieriger Energie direkt von der Sonne aufzufangen und nutzbar zu machen, denn man muss die Sonnenenergie umleiten, vom Tag in die Nacht, von einem Ort zum anderen. Das erfordert Techniken, die erst entdeckt und erschlossen werden konnten mit Werkzeugen, die herzustellen und zu betreiben gewaltige Mengen an Energie benötigen. Um die Energie der Sonne  ernten und speichern zu können benötigt man nicht nur die Energie, die es braucht um Solar-, Wind- oder Wasserkraftanlagen, Verteil- und Speichersysteme zu bauen, man benötigt noch ein millionenfaches mehr an Energie, um überhaupt erst in der Lage zu sein, diese Technologien erdenken zu können. In diesem Sinne könnte man sagen, dass in jeder einzelnen Windkraftanlage auch die Energie steckt, die zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte freigesetzt wurde.

Wir haben die fossilen Ressourcen nicht verschwendet, wir haben sie eingesetzt, um auf einen neuen Level zu kommen. Wir sind nun in der Lage unabhängig von der Energie zu werden, die geronnen auf der Erde herumliegt.

Ungeronnene Energie von der Sonne und Energie durch die Spaltung des Atoms hat der Menschheit Türen geöffnet, zu noch viel mehr Energie.

Und wozu das ganze?
Dazu habe ich eine Meinung: Es ist die Energie, die die Menschheit braucht um der Erkenntnis näher zu kommen.

Es ist nur der letzte Satz, den ich gerne Diskutieren möchte.

Rhetorik – Krankheit unserer Zeit

Als ich ein Kind war, hat mein Vater einen Satz gesagt der sich mir ins Hirn einbrannte: “Wenn man etwas verstehen will, muss man es sich nur im Extrem vorstellen, dann wird es deutlich.” Über diesen Satz habe ich viele Jahre nachgedacht. Es ist Unsinn. Denn die Dinge werden im Extrem nicht klarer, sondern verwandeln sich in etwas ganz anderes.

Zum Beispiel Wasser. Wenn man Wasser verstehen will, hilft es wenig, Wasser in seinen Extremen zu betrachten. Wasser über 100 Grad Celsius ist Dampf, unter 0 Grad – Eis. Wasser nimmt in den Extremen einen anderen Zustand an. Und so kann man, so lange man will, Eis und Dampf anschauen, man wird doch niemals Wasser verstehen.

Die verfluchte Rhetorik liebt es, Dinge im Extrem darzustellen. Es ist die Krankheit unserer Zeit. Die meisten Menschen machen es reflexartig und auch die meisten Medien funktionieren so. Und so kommt es, dass all die extremen Geschichten, mit denen wir tagtäglich bombardiert werden, statt zu Klarheit zu immer größerer Verwirrung führen.

Ein kleiner Text der das Leben verändert

Es liegt an Dir, du hast zwei Möglichkeiten diesen Text zu lesen. Entweder Du nimmst ihn an, konzentrierst Dich darauf, erforscht ihn und das nicht nur heute, Du machst es zur Gewohnheit über diesen Text zu reflektieren. Dann wird dieser Text Dein Leben verändern.

Oder, Du legst ihn zur Seite, vergisst ihn. Dann wird Dein Leben in  gewohnten Bahnen verlaufen.

Wenn Du diesen Text erforscht, wird er zu einer Tür, eine Tür in eine andere Realität. Dabei ist dieser Text ist nicht die einzige Tür zu dieser anderen Realität.

Es gibt viele Türen, vielleicht unendlich viele Türen und doch finden die meisten ihr Leben lang keine. Dabei kann alles mögliche Tür sein. So wie dieser Text, wenn man seine Aufmerksamkeit darauf richtet, es sich zur Gewohnheit macht, diesen Text nicht vergisst und sich immer wieder darauf konzentriert. Vieles kann Tür sein. Doch es ist nicht die Tür, es ist das durch die Tür gehen, das einen in die andere Realität bringt.

Sinn und Unsinn

Sky over Gülitz

Probleme, die einfach zu lösen sind, sind bereits vor langer Zeit gelöst worden. Sie sind ausgestorben. Überlebt haben nur Probleme, deren Lösung eben nicht einfach ist und das ist auch logisch, denn sonst wären sie ja schon bereits vor langer Zeit von irgendeinem freundlichen Affen ein für alle mal aus der Welt geschafft worden. Die Welt ohne einfach zu lösende Probleme, das ist also die Welt in der wir leben.

Wir sind also immer noch von Problemen umgeben, aber eben Probleme, deren Lösung nicht einfach ist. Das macht unsere Welt einerseits wahnsinnig bequem, weil ganz viele blöde Probleme bereits gelöst sind und andererseits sehr interessant, weil wir nun unsere gesamte Aufmerksamkeit kniffligen, herausfordernde Fragen widmen können. Probleme, die sich mit einem Hirn alleine nicht lösen lassen. Interessante Probleme, spannende Probleme, das ist unsere Welt.

Ab und an begegnet man dann einem Affen der mit lauter Stimme von sich gibt, es sei alles ganz einfach. Danach erklärt er irgendwas. Dabei brächte man sich eignentlich nicht mal die Mühe machen, zu verstehen was dieser Affe da  meint. Denn es ist wahnsinnig unwahrscheinlich, dass es in unserer Welt noch Probleme gibt, bei denen  alles ganz einfach ist. Ganz einfache Probleme, wie gesagt, sind fast ausnahmslos ausgestorben.

Und der Affe, der so laut brüllt, gehört in die Zeit, in der die Affen laut brüllten. So einfach ist das. Aber so einfach ist es natürlich doch nicht. Denn laut brüllende Affen ziehen gerne die Aufmerksamkeit der anderen Affen auf sich, die sich mit dem jeweiligen Problem noch so gut wie gar nicht beschäftigt haben und deshalb das, was der laute Affe brüllt, gerne glauben wollen: „Ach so, es ist ja alles ganz einfach.“

Affen, die Ahnung haben, sprechen nicht nur leiser, sie sprechen auch komplizierter. Sie sagen Sachen wie: “Einerseits und andererseits” und “man muss abwägen zwischen” und es ist “mehr oder weniger wahrscheinlich”, “es lässt sich (aber) sagen, dass..”.

Ein Satz der mit “Mit großer Wahrscheinlichkeit…” beginnt, lässt sich nicht brüllen und ist auch nicht besonders eingängig.

Doch genau das lässt sich nutzen machen, um mit einfachen Mitteln das Dumme vom Klugen zu unterscheiden. Nicht immer und jedesmal aber mit ausreichend hoher Wahrscheinlichkeit, um auch bei Themen, von denen man selbst keine Ahnung hat, den Sinn vom Unsinn zu unterscheiden. Man muss sich nur einen Filter bauen und der Filter geht so: Jedesmal wenn jemand Worte wie alles, nie, überall, nirgends, absolut, immer oder ähnliches benutzt, kann man getrost die Aufmerksamkeit  in eine andere Richtung lenken, denn die Wahrscheinlichkeit, Erkenntnis in der Richtung der Quelle dieser Worte zu finden ist gering.

So lässt sich schon mal ein Haufen Unsinn ausblenden. Und das macht das Leben sowohl entspannter als auch viel interessanter.

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