2606-17 Denken

Leute, die nicht denken können, denken, alles sei viel komplizierter, als man denke, und da man ja nie kompliziert genug denken könne, überlassen Sie das Denken anderen, den Experten, die dadurch unter Beweis stellen, dass sie schlauer sind als andere, indem sie in komplizierten Worte alles mögliche erklären. Doktoren, Professoren, Politiker und Journalisten.

Dabei ist alles gar nicht kompliziert.

Merke: alles vom Mensch erdachte – und dazu zählen Gesellschaften genauso wie Mondraketen – ist unter Nutzung eines beliebigen funktionierenden menschlichen Hirns logisch nachvollziehbar. Man erkennt was richtig ist in der Praxis daran, dass es – wie man in Bayern sagt – vorne und hinten zusammen passt. Ein Gedanke macht Sinn, oder eben nicht. Und wenn zwei Gedanken Sinn machen, dann sind beide Gedanken richtig. Und wenn sich diese Gedanken scheinbar gegenseitig ausschliessen, dann hat man etwas übersehen und muss genauer hinschauen. Ganz einfach.

Doch viele haben sich abgewöhnt ihr eigenes Hirn zu nutzen und haben sich statt dessen angewöhnt die Gedanken von anderen zu übernehmen. Sie merken es gar nicht, sie übernehmen “Fakten”, die sie nie mit eigenen Augen gesehen haben und beziehen sich auf Autoritäten des Denkens. Sie sind, man könnte sagen: saublöd. Ich weiß es, ich war selbst einer von den Leuten, die ihr Hirn nur benutzt haben um strategische Pläne zu schmieden, wie sie an das kommen, was sie wollen und das mit mit möglichst wenig Energieaufwand, also möglichst auf Kosten anderer. Wie man den anderen Affen die Banane klaut, quasi. Das hat mir das System so beigebracht und ich habe brav getan wie geheissen. Auf diese Weise ist mir das selbstständige Denken abhanden gekommen, das ich als Kind noch kannte.

2603-10 Entscheidungen

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[[> System]]

In einer Gesellschaft, in der Entscheidungen nicht von allen getroffen werden, sondern von einer Auswahl, legt die jeweilige Auswahl die Regeln und Gesetze fest, auch für die, die nicht an Entscheidungen beteiligt sind. Im Verlaufe der Zeit fängt jede Auswahl irgendwann an, sich so zu verhalten, als stünde sie außerhalb des Systems. Als ob die Regeln des Systems nicht für die gelten würden, die die Regeln machen.

Die Größe der Gruppe der “Entscheider” unterscheidet, ob sich eine Gesellschaft eine Stammesgesellschaft, eine Diktatur oder Demokratie nennt. Das Prinzip ist dasselbe.

Historisch betrachtet ist über die Zeit die absolute Anzahl in den Gruppen der Entscheider tendenziell immer größer geworden. Die Linken und die Rechten unterscheiden sich allerdings in den Auswahlkriterien, wer zur Gruppe der Entscheider gehört: Die Linken legen Wert auf Egalität, bei den Rechten zählen Leistung und Tradition.

2602-20 Wenn man mit normalen Leuten redet

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[[> Kleine Welt]]

Wenn man mit normalen Leuten redet und da meine ich die Leute, die nicht als Akademiker, Politiker oder im Fernsehen arbeiten, sondern Leute, die mit ihren Händen arbeiten und dadurch quasi in der realen Welt verankert sind, diese Leute sagen häufig, dass das ganze noch viel wilder ist, als man sich das gemeinhin so vorstellt. Und sie erzählen es immer anhand von Beispielen, die sie z.T. selber erlebt haben. Manchmal, wenn mehrere Leute gleichzeitig miteinander reden entsteht da so eine Art Wettbewerb, wer die verrückteste Story zu bieten hat. Das Spiel ist dann beendet, wenn der Sieger feststeht, was ich sehr schade finde, denn es ist nicht die verrückteste Story, die das Phänomen erklärt, sondern die Bandbreite.

Vielleicht sollten die Leute wieder mehr miteinander reden, also in Kneipen gehen oder ins Wirtshaus, irgendwo hin, wo die Musik nicht so laut plärrt, damit man sich nicht unterhalten kann. Wenn man es nicht aus dem Haus schafft, kann man auch lernen wie man sich auf Online-Plattformen miteinander unterhält, die nicht so stark moderiert sind. Das hat dann noch einen Vorteil, man kann sich dann auch mit Leuten in anderen Ländern unterhalten.

2602-12 AI ist Individualismus

2026-02-12

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[[> AI]]

AI ist Individualismus.

Warum? Weil AI alle kollektivistischen Ansätzen spielend leicht ersetzen kann. Was meine ich mit kollektivistischen Ansätzen? Kollektivistische Ansätze bedeutet, dass sich das Individuum dem Kollektiv unterwirft. Also, zum Beispiel, wenn man als McDonald’s-Arbeiter zur Arbeit erscheint, seine McDonald’s-Uniform anzieht und Teil der kollektiven Masse aller McDonald’s-Mitarbeiter wird.

Alles, was sich ähnlich verhält, ist von AI spätestens in der Verschmelzung mit Robotern kostengünstig zu ersetzen. Individualistische Ansätze, also wenn irgendwelche Leute immer wieder aus der Reihe tanzen, das wiederum ist nicht die Stärke von AI – Kreativität. Kreativität ist, wenn die Gedanken immer wieder aus der Reihe tanzen. Denn nur ein Gedanke, der aus der Reihe getanzt ist, kann einen Weg finden, der neben dem Weg liegt, eine Ideen, die noch niemand vorher gehabt hat. Diese kreativen, widerspenstigen, anstrengenden Charaktere werden enorm von AI profitieren. Alleine schon, weil sie von monotoner Arbeit befreit sind, dem größten Vernichter von Kreativität.

Die Nicht-Kreativen werden in dem Output der Kreativen mit A.I. Superbooster ersaufen. Die Kreativen, die bisher allenfalls geduldet wurden, werden zukünftig die Welt navigieren. Die Nicht-Kreativen werden in der Irrelevanz der kollektiven Masse verschwinden. Die Kreativen der Zukunft sind jedoch nicht identisch mit den Kreativen von heute. Nicht-Kreative, also die Leute die nicht aus der Reihe tanzen, sind gerade unter den “Kreativen” unserer Zeit die Regel. Die Kreativen tanzen mit ihren Gedanken aus der Reihe, sie können gar nicht anders. Daran kann man sie erkennen.

2610-25 Europa hat den Knall nicht gehört

2026-01-25

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[[Donald Trump|Trump]]
[[> Europa]]
[[> China]]

Mir scheint Europa versteht die Frage nicht, die Trump & Co in Davos überbracht haben.

Amerika wird sich nicht mehr um die ganze Welt kümmern. Vielleicht weil es nicht will, vielleicht weil es nicht kann, wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Das ist die Situation und wie das Europa findet (die einen freuen sich, die anderen betrachten es mit Sorge) ist völlig egal. Europa kann daran nichts ändern.

Amerika zieht sich auf sein Territorium zurück und baut es aus, zum Bollwerk gegen China. Die Burgmauern werden quasi verstärkt.

Europa (und Kanada) kann sich nur entscheiden, ob es Teil des Bollwerks sein will, also innerhalb der Grenzen des amerikanischen Territoriums oder ausserhalb. Wer ausserhalb bleibt wird vermutlich von den Chinesen gefressen. So haben es Trump & Co in Davos dargelegt.

Eigentlich ist es lustig. Man könnte sagen, das ist ja eine ziemlich elementare Entscheidung, eine Entscheidung die Europa um Kopf und Kragen bringen könnte, doch die Oberen in Europa streiten sich darum, wer wen wie beleidigt hat oder sonst wie verletzt hat. Wie Komiker simulieren sie Entscheidungsstärke und Durchsetzungskraft indem sie hartnäckigen an dummen Ideen festhalten. Sie laufen aufgeregt hin und her und verstehen die eigentliche Frage nicht.

Wenn die Geschichte gut ausgeht wird man über die jetzige Zeit viele Witze machen, wenn es schlecht ausgeht wird man versuchen die Geschichte unter den Teppich zu kehren. Wenn es dann noch einen Teppich gibt.

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